Beitrag erstellt von evakim e.V.

 
 

... aufgrund der der Geburt unserer kleinen Tochter konnte ich selbst bei der Eröffnung unseres Kinderheims nicht dabei sein.

Bis jetzt kannte nur Akim die Kinder. Jetzt Anfang November 2015 war es soweit. Ich reiste für 3 Wochen nach Togo!


Mein Reisebericht:


Es war ein bewegender Moment, als wir von der Hauptstrasse in den Busch außerhalb von Lomé abbiegen.

Ich bin schon ganz aufgeregt. Endlich kommt der langersehnte Moment. Ich genieße die frische Luft und die erholsame Stille, mit einem Summen der wedelnden Palmenblätter. Das Tor geht auf und schon sind die ersten Kinder da. Ich bekomme ein herzliches

„Bonne arrivée Mama Eva“ Alle wussten sofort wer ich bin, obwohl es ein Überraschungsbesuch war. Nach dem ersten Kennenlernen, fingen wir an die Zimmer aufzuräumen und schön zu machen. Etliche Sachen wurden aussortiert. Dann gab es erstmal eine Süßigkeitspause.  Ich beobachtete die Kinder und verschaffte mir einen Eindruck über jedes Kind. Wie lernt man sich kennen, ohne miteinander sprechen zu können? Gar nicht so einfach. Aber nachdem ein bisschen Zeit vergangen war, fanden wir unseren Weg. Mit meinen wenigen Französischkenntnissen, Anfassen und Blickkontakten lernten wir uns kennen, lachten miteinander und arbeiteten zusammen. Es funktionierte und machte Spaß! Am meisten viel mir Alexis auf. Er strahlte mich an – immer wieder. Er freute sich so sehr, was mein Herz sehr berührte. Kodjo und Jean II sind die zwei Größten und ältesten. Ich habe sie als zwei sehr freundliche und schüchterne Jungs kennen gelernt. Kodjo sehr liebenswürdig und Jean II sehr höflich mit warmen, strahlenden Augen. Auch er strahlte mich verlegen an, als ich ihm seinen Rucksack schenkte. Ganz goldig! Jean I ist einer der jüngsten. Er hat wunderschöne Augen und er liebt seinen „Papa Akim“ sehr. Seine kleine Schwester Yawa ist sehr hübsch und weiß was sie will. Vor allem weiß sie mit ihrem süßen Charme umzugehen und ihren Papa Akim um den Finger wickeln zu können  Jeanne ist vor einigen Monaten zu uns gekommen. Ein fröhliches und schlaues Kind. Sie ist gut in der Schule und tut ein wenig schüchtern, was sie aber gar nicht ist. Schön ist zu sehen, wie gut sie sich mit Akim versteht. Am ersten Tag sah sie in meiner Tasche die Rucksäcke. Jedoch hatte ich da keine Zeit sie zu übergeben. Am Sonntag als es dann soweit war, war Jeannes Rucksack (Reißverschluss) plötzlich kaputt. Die Betreuer sagten, sie habe die neuen gesehen und Angst gehabt das sie keinen bekommt. Was jetzt die Wahrheit ist wissen wir nicht. Sollte dieser nicht mehr zu reparieren sein, wird sie natürlich einen neuen bekommen. Aber natürlich hatten wir etwas anderes für sie, da keiner unser Kinder benachteiligt werden soll. Julienne, unser Neuzugang, war sehr schüchtern und wahnsinnig dünn. Sie ist momentan unser Sorgenkind, da sie am Tag unseres Besuchs Malaria bekam. Wir ließen sie gleich in die Klinik bringen und mittlerweile geht es ihr wieder besser. Mit Aimée führten wir ein kurzes Gespräch, da sie nicht so gut in der Schule ist. Sie ist sehr ruhig, aber auch ein wenig frech. Ein hübsches, süßes Mädchen! Rebecca ist auch eines unseres Sorgenkindes. Sie ist gerade im Wachstum und könnte ein bisschen zu nehmen. Leider ist sie nicht gut in der Schule und sie redet sehr sehr leise. Papa Akim nahm sie zu sich und fragte sie, was er ihr denn für ein Geschenk machen kann, damit es ihr besser geht. Leise sagte sie : „Ich habe nichts zum Anziehen und keine Socken für meine Füße und Unterwäsche habe ich auch keine mehr.“ Wenn sie das bekommt, dann würde sie auch mehr lernen. Ja, solche Momente ergreifen einen das Herz. Wir werden uns natürlich darum kümmern, das sie alles bekommt was sie braucht.


Es ist toll zu sehen, dass alle Kinder sich so gut verstehen. Sie gehen miteinander wie eine kleine Familie um. Im ersten Moment als ich die Kinder sah, war ich erst ein bisschen schockiert. Sie sahen alle viel kleiner aus, als auf den Fotos. Da wurde mir erstmal bewusst, welche Verantwortung wir da haben! Es sind wirklich noch ganz kleine Kinder. Die eine oder andere Träne lief kurz. Aber durch die strahlenden und glücklichen Augen der Kinder gleich wieder getrocknet. Es tut gut sie so glücklich zu sehen!



Aus Deutschland brachte ich den Kindern eine selbstklebende Weltkarte mit, die wir zusammen an die Wand brachten. Wir erklärten ihnen wo sie leben und wo wir leben. Große Augen und Staunen. Und so verging die Zeit. Es war schon 16h und wir mussten schnell nach Hause. Es fängt an zu dämmern und die Mücken kommen raus. Auf den Straßen wird es gefährlich. Wir kommen drei Tage später wieder.


Sonntag früh. Wir sind auf dem Weg zurück ins Kinderheim, zusammen mit 2 Babyschildkröten – unsere neuen Tiermitbewohner, die ich mir schon lange für das Heim gewünscht habe

Heute verteile ich meine Mitbringsel an die Kinder. Jeder darf sich einen neuen Schulrucksack aussuchen, die ich aus Deutschland mitgebracht habe. Ich bekomme lauter strahlende, glückliche Augen geschenkt. Was für schöne Momente!

Danach präsentieren die Kinder stolz ihre selbstgemalten Bilder für ihre Paten, die ich nach Deutschland mitnehme und verschicke.


Zum Abschluss nimmt sich Papa Akim für jedes Kind ein paar Minuten Zeit, um kurz über Schule, Gesundheit und Probleme zu sprechen.  Am Ende fragte er jedes Kind nach seinen Wünschen. Wir müssen schmunzeln. Fast alle Kinder wünschen sich Trikots, Fußball- und Hausschuhe sowie Kleidung für zu Hause. Wir werden versuchen nach und nach alle Wünsche gemeinsam mit unseren Paten und/oder Spendern zu erfüllen.